Ivana Jelić – Pavel Petrović (Serbien) – 

„Der Anblick der Sterne lässt mich immer träumen“, schrieb der Maler Vincent van Gogh (1853-1890) in einem der vielen Briefe an seinen Bruder Theo. Auch während seiner stationären Behandlung in Südfrankreich zeichnete und malte er gern den Sternenhimmel, den er dort sah.

So entstand eines seiner berühmtesten Gemälde, mittlerweile wohl der ikonischste Sternenhimmel der Kunstgeschichte: „Die Sternennacht“ (1889). Van Goghs wirbelnder Sternenhimmel über einem Dorf in den Hügeln mit einer riesigen Zypresse im Vordergrund ist so viel mehr als eine dunkle Fläche mit hellen Farbtupfern.

Leider ist der überbordende Sternenhimmel, den Van Gogh malte, jedoch zu einer seltenen Erscheinung geworden. Ganz sicher in einer Stadt, in der die Nachtluft permanent verschmutzt ist. Die Architektin Ivana Jelić und der kreative Ingenieur Pavel Petrović, die gemeinsam Kunstinstallationen entwickeln, geben uns deshalb mit „Starry Night“ eine strahlende, jedoch künstliche Version des Sternenhimmels zurück, den Van Gogh einst gesehen haben muss. Die Pinselstriche sind durch 1400 Acrylröhren ersetzt, die mithilfe kleiner LED-Lämpchen leuchten.

So erinnern die Künstler uns – in widersprüchlicher Weise – mit elektrischem Licht an die natürliche Schönheit, die wir vermissen.

Foto: Janus van der Eijnden